Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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ſind unwirkſam geblieben. Ich fordere nach wie vor im Namen der heiligen Kirche die vollſtändige Ausrottung dieſer jüdiſchen Ketzerei! Der einzige Weg dazu iſt die unmittelbare und gänzliche Verbannung aller ungetauften Juden aus Spanien!“

Aber immer noch gelang es dem grimmigen Prie⸗ ſter nicht, der Königin alle ſeine eigene Glaubenswuth einzuflößen. Seine vielfältigen dahin zielenden Beſtre⸗ bungen hatten von jeher ein Gleichgewicht an ihrem ge⸗ ſunden Verſtande und an ihrer natürlichen Herzensgüte gefunden. Sie ſagte daher auch jetzt zögernd:

„Ich will die Sache noch ferner mit dem König und mit meinen Räthen überlegen.“

„Wie?“ rief Torquemada.„Wieder zögert Deine Hand, dieſen gottgefälligen Befehl zu unterſchreiben, wie damals, als Du auf mein dringendes Anſuchen das Ketzergericht einſetzen ſollteſt?— Muß ich Dir wieder⸗ holen, daß die Reinheit des Glaubens jedes andere Ver⸗ brechen ſühnt, und daß die Martern, welche der Leib er⸗ leidet, die Seele würdig machen, zur ewigen Herrlichkeit einzugehen?— Beſſer, duß der irdiſche Körper im Flam⸗ mentode vergehe, als daß die Seele mit ihm verderbe und lange die Pein der Hölle erleide. Wer ſich nicht gutwillig inbrünſtig zum Chriſtenglauben bekennt, der werde zu ſeinem Heil gezwungen; die Ketzerei muß mit