ten Höhen ringsum und hinauf zum Himmelsdom, deſſen dunkle Bläue auch nicht durch die leiſeſte Wolkenſchat⸗ tirung unterbrochen wurde. Dieſe Stimmen der Natur waren die einzigen Laute des Lebens in der tiefen Ein⸗ ſamkeit des Gebirges. Plötzlich erſpähte ſein ſcharfes Auge einen ſich unterſcheidenden Punkt in dem fleckenloſen Azur dieſes unermeßlichen Gewölbes. Er kam näher und näher. Es war ein Geier, welcher in majeſtätiſchen Krei⸗ ſen ſeinen Weg durch die unendliche Weite der Luftregion durchſchnitt.
Die Luſt des eifrigen Falkenjägers regte ſich in dem jungen Manne. Zwar war kein Edelfalke zur Hand, den er hätte aufſteigen und den Kampf mit dem gewal⸗ tigen Gegner in der Luft beſtehen laſſen können, doch wollte er den Verſuch machen, ihn auf andere Weiſe an⸗ zugreifen. Er zog aus ſeinem Reiſeſack eine Schleuder hervor, deren Gebrauch er von den mauriſchen Bewoh⸗ nern dieſer Gegend gelernt hatte. Auf dem Grunde der Quelle lagen glatte Kieſelſteine; er nahm einige von dieſen auf und verſuchte mit ihnen nach der Weiſe des altteſtamentariſchen Königs David mehrere raſche Würfe, um den fliegenden Goliath zu treffen. Einige dieſer ge⸗ ſchleuderten Würfe mißglückten und die Steine flogen weit über den Geier hinweg. Endlich aber erreichte ihn einer, und der junge Mann ſah mit der Freude des glück⸗


