1, 2, 3. Die drei erſten Bilder führen uns an die Ufer des Ganges, wo es„duftet und leuchtet, wo Rieſenbäume blüh'n, wo ſchöne, ſtille Menſchen vor Lotosblumen knien.“ Die Geſchichte der Damajanti iſt eine Epiſode jenes rie⸗ ſenhaften, epiſchen Gedichtes Maha⸗Bharata, und zwar die größte, ſchönſte, unter den Indern die berühmteſte. Zur Zeit, als die heilige Sprache derſelben, das Sanskrit, in Europa noch zu den ſeltenſten Studien gehörte, überſetzte ſchon der gründliche Kenner dieſer Sprache, Franz Bopp„in der erſten Begeiſterung über den herrlichen Fund“ die Da⸗ majanti nach dem Versmaße in's Deutſche. Ich folge dieſer Ueberſetzung, obgleich ſie weniger bekannt ward, als eine freie Nachdichtung von F. Rückert, die„in vrigineller Weiſe Oeſtliches mit Weſtlichem, Ueberliefertes mit Eigenthümlichem paarend, den Ruhm der Damajanti im wohlklingendſten deutſchen Reim verherrlicht.“— Sawitri, ebenfalls von Bopp überſetzt, gab zu einem noch gelungenern Gedichte Rückerts Anlaß, das ſich unter deſſen brahmaniſchen Erzählungen findet, und zu vieſem Bilde die Zeichnung bot.— Die Ge⸗ ſchichte der Sakontala tritt uns in dem indiſchen Drama des Kalidaſa entgegen, den ſein Volk ſo hoch berühmte, daß es ihn für eine Verkörperung des Gottes Brahma annahm. Forſter und Herder machten unſer Volk zuerſt mit dieſer Dichtung bekannt, W. Gerhard bearbeitete ſie zur Darſtellung. Neuere Ueberſetzungen kamen mir nicht zu Geſicht.—
4,5, 6. Die drei Frauen, deren Leben in bibliſchen Büchern verherrlicht ward, Ruth, Eſther, Judith athmen ſchon dort poetiſche Glut und Fülle; es bedurfte nicht ſpäterer Nach⸗ dichtung, die ſich bei Eſther aus franzöſiſchen Tragödien be⸗


