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Da war Alles ſo ſtill in der mitternächtigen Stunde;
Nur weißſchäumiger Wogen Geziſch durchtönte das Schweigniß,
Und es patſcht' an's Ufer, wie Kindlein lallten die Wellen.
Hith ich ſo einſam in ſchweigender Nacht in der freien Natur Reich,
36 mir, als wär' ſie ein Geiſt, der erlöſt ſeyn wollte von Menſchen.
Oft empfand ich das, als ob wehmüthig und jammernd
Mich die Natur anfleht; und es ſchnitt durchs tiefeſte
Herz mir,
Daß mir ergründbar nicht, was ihr Harm und ſtummes
Begehr ſei.
Zur andern Zeit, während ihres Aufenthaltes im Kloſter erzählt ſie nach demſelben Dichter ein ähn⸗ liches Nachterlebniß:
Zweier erinner' ich mich ſchwütdrückenver Nächte, da ſtahl ich
Durch Tiefſchlafende hin mich, aus dumpfigen Schlummer⸗ gemächern
Fort in die freie Natur, und es zog am Himmel Ge⸗ ſtürm auf,
Und mich deckte der Linde gebreitetes grünendes Laub⸗ dach.
Blitze durchfeuerten nun des Baums tiefhangende Zweige;
Schaurig erhellten ſie mir den entferneten Wald und das einzeln
Ragende Felſengezack, urplötzlich zuckendes Leuchtens,
Und den umklammernden Arm um den Baum her ſchlug ich ergrauſend.
Heftig pochte mein Herz; ich fühlte mich einſam in dieſem
Sturm der empörten Natur, in die Mitte der Schrecken geſtellet.
Dennoch war mir wohl und mein Herz ward feurig erhoben.—


