Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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per und klarem Verſtande war, aber gleichfalls in ſeinem Leben oft durch Ahnungen und wunderbare Geſichte eine tiefe Innerlichkeit verrieth. Nun zeigte ſich bald bei Friedriken ein ſeltſames Gefühl für die Nähe von Metallen, Leichen, und die Gabe, Geiſter zu ſehen. Doch wurde dadurch der kindliche Frie⸗ den des Mädchens nicht geſtört. In der Zeit des Uebergangs zum jungfräulichen Alter trat ein Ereig⸗ niß bei Friedriken ein, das für ihr ganzes übriges Leben vom tiefſten Eindrucke geweſen ſeyn ſoll, al⸗ lein über welches ihr Biograph einen Schleier wirft. Langwierige Krankheiten der Aeltern riefen ſie ſpä ter nach Prevorſt zurück, wo ihr ſchon geſteigertes Gefühlsleben durch Kummer und Nachtwachen in jahrelanger Aufregung blieb. Vom ſiebzehnten bis neunzehnten Jahre wohnte ſie mit ihren Aeltern zu Oberſtenfeld, froh und ſogar noch lebendiger als an⸗ dere Jungfrauen ihres Alters. Ein zärtliches Ver⸗ hältniß hatte ſie in dieſen Jahren nicht, doch fieng ſie an, in unerklärliche Schwermuth zu verſinken, ſchlief faſt nicht mehr und ließ insgeheim ihren Thrä⸗ nen freien Lauf. An ihrem Verlobungstage wohnte ſie dem Leichenbegängniß des Stiftspredigers zu Oberſtenfeld bei, deſſen Predigten im Leben ſie mäch⸗ tig ergriffen und auf dieſem Grabe begann nach ihrer Ausſage eigentlich ihr wunderbares magneti⸗ ſches Weſen. Ihr Zuſtand gieng allmählich in den einer fortwährenden Krankheit über, in welcher ihre