Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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zu werden. Wie dieſes ſtärkt, kann nur der fühlen, den wahres Ehrgefühl durchſtrömt. Doch zur Sache. Durch die unglückliche Schlacht von Fried⸗ land kam Königsberg in franzöſiſche Hände. Wir ſind vom Feinde gedrängt, und wenn die Gefahr nur etwas näher rückt, ſo bin ich in die Nothwen⸗ digkeit verſetzt, mit meinen Kindern Memel zu ver⸗ laſſen. Der König wird ſich wieder mit dem Kaiſer vereinigen. Ich gehe, ſobald dringende Gefahr ein⸗ tritt, nach Riga; Gott wird mir helfen, den Augen⸗ blick zu beſtehen, wo ich über die Gränzen des Reichs muß. Da wird es Kraft erfordern, aber ich richte meinen Blick gen Himmel, von wo alles Gute und Böſe kommt, und mein feſter Glaube iſt: er ſchickt nicht Mehr, als wir tragen können! Noch einmal, beſter Vater, wir gehen unter mit Ehren, geachtet von Nationen, und wir werden ewig Freunde haben, weil wir ſie verdienen. Wie beruhigend dieſer Gedanke iſt, läßt ſich nicht ſagen. Ich ertrage Alles mit einer ſolchen Ruhe und Gelaſſenheit, die nur Ruhe des Gewiſſens und reine Zuverſicht geben kann. Deßwegen ſeyn Sie überzeugt, beſter Vater, daß wir nie ganz unglücklich ſeyn können, und daß Mancher mit Kronen und Glück bedrückt, nicht ſo froh iſt, als wir es ſind. Gott ſchenke jedem Guten den Frieden in ſeiner Bruſt, und er wird noch immer Urſache zur Freude haben. Noch Eins zu Ihrem Troſte, daß nie Etwas von unſerer Seite geſchehen wird,