Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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den Jahre, nahm dann den Abſchied und zog nach Darmſtadt. Luiſens Erziehung leitete ſeitdem die würdige Großmutter, die durch Unterricht und Bei⸗ ſpiel auf ſie wirkte und bei allem Streben nach fei⸗ ner Weltbildung ſie doch zugleich mit dem Werthe häuslicher Freuden und Tugenden bekannt machte. Die unter Aufſicht der Landgräfin ſie erziehende Schweizerin eine Gouvernante in fremder Zunge mußte nun einmal benutzt werden ſcheint völlig in den Plan der Großmutter eingegangen zu ſeyn, um die ächtdeutſchen Elemente im Charakter Luiſen's zu pflegen und zu entwickeln.Sie führte ſie oft in die Hütten der Armen und an das Siechbette der Kranken, und nie verließ die Prirzeſſin die Woh⸗ nungen der Dürftigkeit und des Grams, ohne reiche

Gaben geſpendet und durch ihre Milde Thränen

des Jammers getrocknet und Seufzer der Verzweif⸗ lung geſtillt zu haben. In den folgenden Jah⸗ ren beſuchte ſie Strasburg, die ſchönſten Rheinge⸗ genden und die Niederlande, ſowie zwei Kaiſerkrö⸗ nungen zu Frankfurt. Die Reize der Natur und das bewegte Menſchenleben zogen ihre Seele mächtig an;ſie lernte die Welt von vielen Seiten kennen und erwarb ſich jene liebenswürdige Humanität, wodurch ſie nachmals die Bewunderung und Ver⸗

ehrung aller gewann, die des Glückes ſich erfreuen

konnten, ſich ihr nähern zu dürfen. Die Revolu⸗ tion brach aus. Friedrich Wilhelm II., König von