Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Edelſten von Recht, Freiheit, Vaterland, Pflicht und Schuld verwirren. Unerhörtes tritt dann zu Tage, im Leiden und Handeln iſt das Maas verloren; mit ängſtlicher Haſt macht der gebieteriſche Augenblick ſich geltend. Bei weitem die meiſten Frauenſeelen vielleicht eine Charlotte Corday nicht ausgenommen ſind dann eher der Pythia zu vergleichen, welche vom giftigen Brodem aus der Tiefe umqualmt und ſinnenbethört, Angſtlaute ausſtößt als der Kaſſan⸗ dra, vor welcher der Zukunft Schleier ſich lüftet. Aber die Revolution hatte auch ihre Kaſſandra, zu der wir im nächſten Bilde herantreten. Mit ihr hatte Charlotte nichts gemein, als gleiche Liebe zu Vaterland und Freiheit, gleichen Seelenſchmerz und gleichen Tod; im Uebrigen iſt Charlottens Blick nur auf die Gegenwart gerichtet. Sie ſchreitet hinaus über die Schranken ihres Geſchlechts.Sie ſah ſich für die freiwillig Dienende des kriegenden Depar⸗ tements von Calvados an, folglich für eine Kriegerin gegen den Staatsfeind, nicht für die Strafparze einer obrigkeitlichen. Perſon. Nach ihrer Meinung ver⸗ übte ſie kein Verbrechen; ein tadelhafter Beweggrund das ſchrieb ſie an ihren Vater konnte ihre Hand und ihren Dolch nicht leiten. Zwar werden Viele mit Jean Paul fragen:Mit welchem Recht erhebt ein Menſch, der kein vom Ganzen angenommener Richter iſt, ſein einſames Privaturtheil zu einem unerwarteten Ka⸗ binetsbefehl und zu einem Todesurtheile, das er noch