Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Gürtel als Beweis zeigen, daß du zweimal in ſei⸗ ner Gewalt warſt. Brunhild war wie vom Blitz getroffen; ſie weinte und ließ der Gegnerin den Vortritt in die Kirche. Umſonſt klagte ſie dieſen Schimpf ihrem Gemahl; man ließ Siegfried rufen, dem dieſer Vorfall ſehr leid war, und der ſeine Ge⸗ mahlin dafür zu züchtigen und ihr ähnliche Reden zu verbieten, willig verſprach. Brunhildens Herz war aber unheilbar verwundet. Hagen findet ſeine nigin in ihrem tiefen Gram und beſchließt mit ihr, im Blute Siegfrieds ſie zu rächen, obgleich die Brü⸗ der des Königs und dieſer ſelbſt, der doch ſeines Weibes Schmach theilte, dagegen waren. Am vier⸗ ten Morgen reiten trügliche Boten ein, als ob Lü⸗ diger den Streit erneuern wolle. Siegfried bot ſei⸗ nen Beiſtand an, und man rüſtete ſich zum Heeres⸗ zug. Hagen beurlaubte ſich bei der argloſen Kriem⸗ hild. Sie beſorgte, ihr Gemahl möge in kriegeri⸗ ſchem Uebermuth ſich ohne Noth Gefahren ausſetzen, und bat Hagen, ihn zu ſchützen. Sie verrieth ihm ein Geheimniß, das außer ihr und Siegfried keine Seele wußte. Als mein Gemahl den Drachen er⸗ ſchlug, ſo erzählte ſie: badete er ſich in ſeinem Blute und ward unverwundbar. Nur eine Stelle, zwiſchen den Schultern wohin ihm ein Lindenblatt iel, iſt verletzbar, das bringt mir Sorge. Da ſprach Hagen: So bezeichnet die Stelle an ſeinem Gewand, ich will ihn ſchon ſchirmen, wenn es Noth thut.