Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Zu Worms am Rheine hauſten die tapfern Burgonder. König Dankrat, in ſeiner Jugend weit⸗ geehrt, war geſtorben und hatte Frau Ute, ſeine tu⸗ gendſame Gemahlin, nebſt drei Söhnen: Gunther, Gernot und Giſelher, ſowie eine Tochter Kriemhild hinterlaſſen. Letztere pries, wer ſie nur ſah, als ein edel Mägdelein, wie in allen Landen kein ſchö⸗ neres mochte ſeyn, und mit innigſter Liebe pflegten ſie die Brüder. Am Hofe lebten auserwählte De⸗ gen; ſtark und kühn, in allen Streiten unverzagt, worunter Hagen von Troneck, deſſen Bruder Dank⸗ wart, Ortewein von Metz, die Markgrafen Gere und Eckewart und beſonders Volker von Alzei, der kun⸗ dige Spielmann, die wackerſten hießen. Einſt träumte die in hohen Ehren aufblühende Kriemhild, ſie zö⸗ ge einen ſchönen, wilden Falken, den zwei Aare ihr zum Leid griffen und zerriſſen, und nie war ſie noch im Traume ſo betrübt und kummervoll gewe⸗