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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
[Giessen] [2025]
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man uns für unſere Dienſte darreicht. Ich kann dir gar nicht beſchreiben, wie überaus gut mir die Brötchen und Maronen geſchmeckt haben, weil ich ſie ſelbſt verdient und gekauft hatte. Aber der Großpapa darf nichts davon wiſſen. Er hat ſo ſonderbare Anſichten, daß er das Ar⸗ beiten für eine Entehrung hält.

Die Geſchwiſter thaten, wie Franz vorgeſchlagen hatte, und befanden ſich gar nicht übel dabei. Der alte Mar⸗ quis aber überlegte gleichfalls, was er ſeinerſeits thun könne und müſſe, um ſein und ſeiner Enkel Lvos minder

dürftig zu geſtalten. Zu betteln ſchämte er ſich; aber

auch zu arbeiten, was nicht recht war, denn Arbeit ſchän⸗ det nicht. Er wußte ſich nicht anders zu helfen, als daß er ein Kleinod, den letzten Ueberreſt früheren Wohlſtandes, angriff und zu Gelde machte.

Dieſes Kleinod beſtand in einer goldenen Schnupf⸗ tabaksdoſe mit einem Namenszuge in kleinen Brillanten. Dieſelbe hatte der Großvater des Marquis aus des Königs Händen ſelbſt für einen geleiſteten Dienſt erhalten und war von demſelben, ſo wie von ſeinen Nachkommen, heilig aufbewahrt worden.

Es koſtete dem Marquis nicht geringe Ueberwindung, ein ſo hoch und werth gehaltenes Kleinod aus den Hän⸗ den zu geben. Wiederum war es die großväterliche Liebe, welche ihn endlich dazu vermochte. Aber der Marquis beſchloß, nur nach und nach ſeines theuren Schatzes ſich zu entäußern und darum vor der Hand einen oder zwei der Brillanten zu verkaufen.