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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ſonnenglänzende Luft, ſpitzten ſelbſt die Pferde der Land⸗ jäger, aufmerkſam lauſchend, ihre Ohren, und die rauhen Kriegsmänner fühlten ſich ergriffen und verweilten bis zum Ende des Geſanges. Was der Gefangene dabei empfand, der einſt, als ſchuldloſes Kind, gleichfalls in jener Hütte daſſelbe Lied mitgeſungen hatte, kann nicht genau beſchrie⸗ ben, ſondern nur errathen werden.

Da Näther⸗Hans ſeine gebundenen Hände nicht bewe⸗ gen konnte, ſo gab nur der Ausdruck ſeines Antlitzes die in ihm wogenden Empfindungen kund. Daſſelbe behielt auch während des Geſanges ſeinen trotzigen Schein fort, nur daß ein paarmal ein ſchnell vorüberblitzendes Zucken der Muskeln zu bemerken war.

Als die Kinder aus dem Schulhauſe herausſtrömten, brachen auch die Landjäger mit ihrem Gefangenen wieder auf, dem die Dorfjugend noch lange das Geleite gab. Ueber den Näther⸗Hans war Peterle's Baſtian in Vergeſſenheit gerathen. Allein trat derſelbe ſeinen Heimweg an, wäh⸗ rend ein Trupp Mädchen ihm ein Stück Wegs vorausging und ein Trupp von Knaben hinter ihm war. Die Unter⸗ haltung der Letzteren hatte natürlich den gefangenen Näther⸗ Hans zum alleinigen Gegenſtand.

Das war ein lumpiger Räuberhauptmann! ſprach Stümers Karl verächtlich.Ging er doch eben ſo und nicht beſſer angezogen als unſere Dorfleute. Da hatte ich mir eine ganz andere Vorſtellung von einem Räuberhauptmann gemacht. Wenn ich einer wär', ſo trüge ich einen grünen Sammetrock mit Gold geſtickt und einen ſchönen Hut mit hohem Federſtutz, dazu an einem Goldbande einen prächtigen