ſchweren, kältenden Eiſenketten. Und nach langer Gefangen⸗ ſchaft harrte des Verbrechers das ſcharfſchneidende Richt⸗ ſchwert, wohlgar das fürchtetliche Rad, welches ihm Glied für Glied zerſchmettern ſollte!
Nach einer Pauſe von mehreren Minuten, in welchen der Anblick des gefangenen Räubers, ſowie ſeiner bewaff⸗ neten Häſcher, nebſt dem leiſen Murmeln der verſammelten Menge einen unheimlichen Eindruck hervorgebracht hatte, erhob der Schulmeiſter ſeine Stimme, indem er ſeine Schüler mit ernſtem, befehlendem Tone aufforderte, das Schulhaus wieder zu betreten, um den Schluß des Unterrichts in ge⸗ wohnter Weiſe herbeizuführen.
Die Kinder gehorchten der erhaltenen Weiſung. Als ſie ihre Plätze in der Schulſtube wieder eingenommen hatten, ſprach der Schulmeiſter, tief ergriffen und mit be⸗ wegtem Tone:
„Die Zuchtruthe des Landes, die ihr ſo eben draußen zwiſchen den Händen der Landjäger und den Beinen ihrer Pferde geſehen habt, iſt hier in unſerm Dörflein gebunden worden. Ja, der gefürchtete Näther⸗Hans, der mit ver⸗ bundenen Augen ſeinen letzten Sitz auf dem Richtſtuhle nehmen wird, hat hier in dieſer Stube und auf dieſen Bänken, wie ihr, geſeſſen und die heiligen Lehren des Chri⸗ ſtenthums aus meinem ſchwachen Munde vernommen. Aber er hat ſich von dem ſchmalen Pfade, der zum ewigen Leben führt, bald verirrt, und die breite Heerſtraße betreten, welche in den Abgrund und in das Verderben ſtürzt. Das aber kam daher, weil ihm unſer ſchwarzes, trocknes Hafer⸗ brot und das klare Quellwaſſer nicht mundeten, weil ihm


