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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Das erſte Kapitel.

Der Gefangene.

Der Wald dampfte im Frühnebel, den der Morgen⸗ wind umrührte wie der Rührlöffel den heißen Brei. Bald umwoben weiße, näſſende Schleierwolken die hohen, dunkeln Tannen⸗ und Fichtenwipfel, bald erhoben dieſe ſich ſiegreich über die wieder am Boden hinqualmende Nebelmaſſe. Zu⸗ weilen durchdrang die Morgenſonne die Dunſtgebilde und dann zeigten ſich die Strohdächer eines ärmlichen Gebirgs⸗ dörfleins, deſſen niedere Hütten zerſtreut umherlagen wie die Haideſchnucken in der großen Lüneburger Haide. Hier und da wurde ein kleines Fenſter aufgeſchoben und der Kopf eines Dörflers darin ſichtbar, welcher theils nach dem Wetter umherlugte, theils einem Nachbar zurief, theils irgend einen Befehl den draußen befindlichen Seinen ertheilte. Ein Holzzaun, welcher jede Hütte umgab, bildete einen kleinen Hofraum, in welchem Holzvorräthe aufgeſchichtet lagen und

ein verkümmernder Fliederſtrauch ſeine Zweige über die

Düngerſtätte ausbreitete. Selten nur, daß aus einer Hütte

der tiefe Ruf einer Kuh ertönte, während das Meckern von 16