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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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„Brrrr!“ ſprach Primſel ſich ſchüttelnd,„mich ekelt's, wenn ich an die naſſe, ſchmierige Schleuſe und an das enge, finſtre Loch denke, durch welches wir auf dem Bauche lang hinkriechen ſollen. Wirklich, Jvnas! faſt will ich lieber ſchmale Biſſen eſſen und in die Luft ſpringen.“

„Das wollteſt du und mich im Stiche laſſen?“ fragte Jonas betroffen.„Nun, ich aber laſſe dich nicht im Stiche. Wenn mein Vater todt und ertrunken iſt, ſo iſt mir's einerlei, ob ich einen Hoppas in die Luft mache und mir die Naſe verbrenne. Aber, halt! da fällt mir etwas bei. In unſerm Kahne habe ich eine Leine liegen ſehen. Dieſe werfe ich herauf und du bindeſt das eine Ende an dieſen Haſelnußſturzel. Dann rutſcheſt du an dem andern Ende hinunter und ich fange dich in dem Kahne auf. Heiſa! ſo geht's doch noch! Knüpfe nur eine richtige Schifferſchlinge, damit das Seil nicht von dem Sturzel losgeht.“

„Eine Schifferſchlinge weiß ich nicht zu knüpfen,“ bekannte Primſel,„nicht einmal einen Knoten.“

„Wie?“ erwiederte Jonas voll Staunen,„du kannſt zehnmal beſſer leſen und ſchreiben wie ich— kannſt rei⸗ ten und fechten, franzöſiſch und engliſch reden und hun⸗ dert andere Sachen mehr— und weißt nicht einmal eine

Schifferſchlinge zu knüpfen? Das iſt arg. Wie ich erſt

vier Jahre alt war, lehrte mich mein Vater eine Schiffer⸗ ſchlinge knüpfen, denn—“ ſagte er,„durch eine Schiffer⸗ ſchlinge in einem Seile oder Taue iſt ſchon mancher Kahn

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mit ſeiner Ladung und Mannſchaft vom Untergange ge⸗

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