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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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mans trotze ich ſelbſt den Angriffen eines ganzen Heeres, des Verraths und des Aushungerns. Ha! ha! wird der zärtliche Vater die Feuergeſchoſſe gegen die Bruſt ſeines geliebten Kindes zu richten wagen? Daſſelbe dem Hun⸗ gertode preisgeben wollen? Ich bin im Vortheile, und ſollte man mich wider Erwarten bis auf das Aeußerſte treiben, ſo ſchwöre ich feierlich, die Schornburg mit all ihren Bewohnern zugleich in die Luft zu ſprengen. Dann iſt mein Untergang ein glorreicher und wird manchem meiner Feinde einen gleichen Untergang bereiten.“

Bis hierher hatten Primſel und Jonas, welche im nahen Burggarten ſich befanden, kein Wort von dieſer laut geführten Unterredung verloren. Jetzt brach Jonas das Stillſchweigen, indem er erſchrocken zu Primſel anhob: „Hörſt du, Primſel? Herr Roloff will uns verhun⸗ gern laſſen oder gar in die Luft ſprengen. Das warte ich nicht ab. Komm' und laß uns in die Schleuſe krie⸗ chen, in den See ſpringen und an's Ufer ſchwimmen.“ „Ich kann ja nicht ſchwimmen,“ klagte Primſel, „und vor der ſchmutzigen Schleuſe graut mir.“

„Das Schwimmen lernſt du ſchnell,“ tröſtete Jonas, „beſonders, wenn ich dir helfe. Lieber will ich Waſſer ſchlucken, als verhungern oder ohne Flügel in die Luft fliegen.“

„Ich kann aber nicht!“ weinte Primſel.

„Wir wird in dem tiefen Garten ganz angſt und bange,“ ſprach Jonas.„Es iſt mir, als wenn die hohen Burgmauern über uns zuſammenſtürzen wollten. Kommt