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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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und Sapieha in Lithauen und Podolien angekauft und eben⸗ falls keine Bezahlung dafür geleiſtet. Ich ſchmeichelte mir immer mit der Hoffnung, daß Potemkin in der großen Stadt meinen beſcheidenen Kaufladen nicht beachten werde, und das würde auch gewiß der Fall geweſen ſein, wenn Bibikoff nicht den Verräther gemacht hätte. Aber Kinder, jetzt verſprecht mir feierlich, daß ihr dem guten Großpapa kein Wörtlein von dem uns drohenden Verluſte hinterbringen wollt. Der Schreck darüber könnte ſein Tod werden. Wir werden uns von nun an zwar ſehr einſchränken und kümmerlich behelfen müſſen, doch deshalb nicht verderben.

Es war ein allgemeiner Trauertag in Bergmanns Hauſe und recht ſchwer wurde es deſſen Bewohnern, ihren Kummer vor dem gelähmten Schönhof zu verbergen. Man begab ſich zur gewöhnlichen Abendſtunde zu Bett, allein ſobald konnte keins von ihnen einſchlafen und dann ängſtigten ſie bange Träume.

Es war gegen Mitternacht, als Bergmann ſtill ſein Lager verließ und auf den Strümpfen in ſeine Werkſtatt ſchlich. Hier ſaß Nicolaus beim Lampenſcheine und putzte eifrig an dem Schiuck, der des nächſten Tags nicht mehr Bergmanns Eigen⸗ thum ſein ſollte. Der Juwelier warf einen trüben Blick auf die in allen Farben funkelnden und blitzenden Brillanten, die ihm jetzt eher wie vergoſſene Schmerzensthränen als wie edle Steine vorkamen. Unter einem Seufzer hob er ſanft zu Iffinitz an:Strenge dich nicht zu ſehr an, guter Nico⸗ laus und lege dich bald nieder. Glaubſt du, daß Po⸗

temkin hinſichtlich ſeiner Drohung gegen dich Wort halten werde? Potemkin. 3