29 daran etwas erblindet und mußte daher wieder geputzt werden auch eine kleine Beſchädigung auszubeſſern. Schnell— ſchnell, Nicolaus! Haſt du mich verſtanden?“
Nicolaus verſchwand. Nach Verlauf einer Minute ver⸗ nahm man draußen einen polternden Fall, dem ein Klirren und Wehklagen folgten. Als der erſchrockene Bergmann die hintere Ladenthüre öffnete, erſchien in derſelben Nicolaus, der in ſeinen mit Tinte befleckten Händen das Schmuckkäſtchen trug und wehklagend ſeinem Herrn zu Füßen fiel.
„Züchtige mich, Herr!“ rief er aus.„Schütte deinen ganzen Zorn über mich Unglücklichen aus.“
„Um Gotteswillen, was iſt geſchehen? was haſt du ge⸗ macht?“ fragte der erſchrockene Juwelier.
„Das Tintenfaß“— erzählte Nicolaus weinerlich— „mit deſſen Inhalt du deine Rechnungen ſchreibſt, war aus⸗ getrocknet, daher ich es vorhin mit hinauf nahm und friſch füllte. Um einen Weg zu erſparen und weil ich glaubte, daß du das Tintenfaß jetzt brauchen würdeſt, belud ich den Deckel des Schmuckkäſtchens damit. Da ſtrauchelte ich auf der vor⸗ letzten Treppenſtufe über ein rundes Stück Holz, kam zum Fallen und— ach Herr! das Weitere ſieh ſelbſt!“
Als der Juwelier das Käſtchen aufklappte, fand er den koſtbaren Brillantſchmuck und den ihn umgebenden weißen Atlas des Futterals mit ſchwarzer Tinte übergoſſen, ein Armband verbogen und der Ring einer Ohrglocke zerbrochen.
Potemkin war herzugetreten und Augenzeuge des ange⸗ richteten Schadens geworden. Er betrachtete ſtumm den geſammten Inhalt des Käſtchens. Dann ſtellte er die Frage


