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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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der da Buße gethan hatte, und dieſer Sünder war Freund, der wieder glücklich gewordene Gatte und Vater.

Freund blieb auch gebeſſert bis an ſein Ende; denn ihm ſtanden zwei gute Engel, Freunds Gattin und Nachbar Hüfner, zur Seite und hüteten ſeiner, daß er weder zur Rechten, noch zur Linken abwich. Funke, der betrügeriſche Collecteur, kam dagegen, wegen wiederhol⸗ ter Schelmereien, ins Zuchthaus. Freund ſtarb vor ſei⸗ ner Gattin und dieſe blieb bei ihrer älteſten Tochter Hannchen wohnen, welche Heinrichs Gattin geworden war. Heinrich Hüfner wurde nach ſeines Schwieger⸗ vaters Tode Beſitzer von deſſen Hauſe und der Seifen⸗ ſiederei, während Auguſt Freund in einer andern Stadt des Voigklands eine Heimath, eine brave Gattin und ſein gutes Auskommen fand. Herrmann Hüfner dagegen wurde ein tüchtiger Kupferſchmidtmeiſter, welcher ſeine Aeltern im Alter beſtens abwartete und eine jüngere Tochter Freunds heirathete, ſo daß die beiden Brüder durch doppelte Bande an einander gekettet wurden. Daß ſie einander die getreueſten Nachbarn waren und blieben, verſteht ſich von ſelbſt. Fortan behauptete jener denkwürdige Keſſel als Kupferſchmidtszeichen ſeinen Platz an der Eiſenſtunge vor Herrmanns Hauſe, ſo wie die hölzernen Lichterbündel und Seifenriegel den ihrigen gegenüber. Und wenn der Wind wehte, ſo winkten dieſe

todten Nachbarn ſchankelnd einander einen nachbarlichen Nieritz. Die Nachbarn. 10