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Die Nachbarn : eine Jugend- und Volks-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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freier Straße zu binden pflegt, während der Kupfer⸗ ſchmidt dagegen zwar das ſpröde Kupfer in ſeiner Werk⸗ ſtatt bearbeitet, jedoch auch mit einem deſto ſchallenderen Getöſe.

Dieſen Uebelſtand mochte der Seifenſieder jedenfalls überſehen haben, da er das dem Kupferſchmidt gegenüber gelegene Haus erkaufte. Meiſter Lebrecht Freund war ein großer Freund vom Leſen, und zwar las er beſonders gern Räuber⸗, Ritter⸗ und Seefahrergeſchichten. War er mit Lichterziehen und Seifeſieden fertig, ſo ſetzte er ſich mit dem Buche ans Fenſter und ſtand meiſt nicht eher wieder auf, als bis er an das Ende des Buches gelangt war. Es ſtörte ihn aber oftmals das dröhnende Hämmern des Nachbars, das Stunden lang ohne Unter⸗ brechung fort währte und dem ſtillen Leſer die Ohren zerriß. Da übermannte den Seifenſieder endlich der Zorn und er ſchickte ſein zwölfjähriges Söhnlein zum hämmernden Nachbar hinüber mit der ſpitzen Weiſung: der Herr Nachbar Kupferſchmidt ſolle doch bedenken, daß über der Gaſſe auch Leute wohnten, denen ihr Trommelfell lieb wäre. Er ſolle daher ſeine toſende Arbeit hübſch im Hofe zwiſchen vier hohen Mauern vornehmen, nicht aber vorn heraus in der Unterſtube, in welcher noch obendarein alle Fenſterflügel offen ſtänden.

Wenn es galt, aufgetragene Grobheiten auszurich⸗ ten, ſo bewies ſich der junge Auguſt Freund als ein ſehr gehorſames Söhnlein., Er begab ſich daher ohne