Erſtes Aapitel. Die Begegnung.
Es war im Auguſtmonat des Jahres 1805. Der Wind ging ſchon kühl über die Stoppeln, doch ſchwitzend die Familie des Handarbeiters Woller, aus der kurheſſi⸗ ſchen Stadt Hersfeld, über jene daher. Die Mutter, eine rüſtige Frau in den dreißiger Jahren, bildete die Spitze des kleinen Zuges, zwei Knaben und eben ſo viele Mäd⸗ chen, von denen letzteren das jüngſte noch nicht vier Jahre zählte, folgten der mütterlichen Anführerin nach. Sie kehrten von einer rbeit heim, welche, nach der Ver⸗ treibung unſers ſündigen Aeltern paares aus dem Paradieſe, eine der erſten und älteſten iſt und durch die treue Kin⸗ vesliebe einer Ruth keinen ſchlechten Klang erhalten hat.
Das Ergebniß eines durchſchwitzten Tages und eines anhaltenden Bückens füllte den Tragkorb der Frau, ſo wie die Ruͤcken und Hände der Kinder, welche die auf⸗ geleſenen Aehren in Bündel gebunden hatten und ſich über deren ſegensreiches Gewicht nur freuten. Frau Woller überrechnete im Geiſte die Zeit, für welche der in dieſen,
Tagen eingeſammelte Aerndteſegen, in Brot verwandelt
ausreichen werde; ihre vier Küchlein dagegen kümmerten Lingg von Linggenfeld.
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