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erlebt. Denke Dir nur: ich bin im Poſtwagen von
Straßenräubern angefallen worden! Man hat mir eine
Piſtole auf die Bruſt geſetzt und mir mein Geld oder das Leben abgefordert.“
„Herr Jeſus!“ rief Frau Simpſon erſchrocken aus. „Wie wurde es denn da? Nicht wahr, Du gabſt willig hin, was Du beſaßeſt, und das war zum Glück ſehr wenig?“
„Nein, ich hatte im Gegentheil einen ſtrammen, vol⸗ len Geldbeutel und denſelben gaben mir die Räuber zu⸗ rück und ließen um meinerwillen den Poſtwagen unge⸗ plündert und ungehindert weiterfahren. Und warum dieſe unerhörte That? Weil ich— ſagte der Räuber⸗ hauptmann— meine Gefangenen menſchlich behandelt und mich für Gotthelfes Aeltern bei dem Miniſter ver⸗ wendet hätte! Das krabbelt— das thut gut! Aber Du haſt auch Deinen großen Antheil dabei, liebe Frau! Doch nun muß ich zu meinen Gefangenen. Indeß be⸗ ſieh Dir, Frau, dieſen meinen Reiſebegleiter und ſage mir dann, wem er ähnlich ſieht.“
Als Simpſon nach einer Weile zurückkehrte, ſah ſein Antlitz verklart und gerührt aus.
„Es ſind arge Sünder“— ſprach er—„aber dennoch haben ſie mich mit einem Freudengeſchrei em⸗ pfangen und ſelbſt der ſchlimme Boppard, der nächſtens gehenkt werden ſoll, hat mir eine Hand gegeben. Zum Dank dafür bereite allen unſern Gefangenen heute ein
Sonntagsgericht, liebe Frau! Verſteht ſich, auf meine 10*


