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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
Entstehung
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deſſen Beendigung der Anführer der Bande dem Kerker⸗ meiſter das Schreiben, ſo wie den eingehändigten Geld⸗ beutel zurückgab und dabei ſprach:

Weil Du der Kerkermeiſter von Norwich biſt, der ſeine Gefangenen menſchlich behandelt, und weil Du Dich des Kindes eines unſerer Zunftgenoſſen ſo liebreich an⸗ genommen haſt, ſo mag um Deinetwillen der Poſtwagen ungehindert weiter fahren. Fort, Kutſcher!

Das ließ ſich dieſer nicht zweimal heißen, ſondern trieb ſeine Roſſe zur ſchnellſten Fahrt an. Nachdem man die Gefahr glücklich hinter ſich hatte, ward der alte Paſſagier ſehr geſprächig. Er fragte den Kerkermeiſter genau und wiederholt aus und Simpſon erzählte, da es ihm hierzu nicht an Zeit gebrach, ſeine und der Seinen ganze Lebensgeſchichte. Natürlich vergaß er dabei nicht des ihm geſpielten Betrugs mit jener falſchen Banknote von 200 Pfund Sterling, ſo wenig wie des Diebſtahls, durch welchen ſeine Tochter Charlotte und deren Familie faſt ihr ganzes Eigenthum verloren hatten.

Das iſt wohl das erſte Mal geweſen, ſchloß Simpſon ſeine Erzählungdaß eine Räuberbande

Mitleid und Schonung bewieſen hat, wo ſie eine Beute

erhaſchen konnte. Es iſt, als wenn Gotthelfe der gute Engel wäre, deſſen Gegenwart Glück und Segen bringt. Nun, ich denke und hoffe, daß das von den Räubern mir zurückgegebene Geld in den Händen Maidſtones beſſer angewendet werden wird als von jenen, die es nur zu

gewiß im Praſſen, Saufen und Spielen ſchnell vergeu⸗

det haben würden.