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Seufzend mußte Margarethe ihrem Manne beiſtimmen. „Einmal noch will ich Wilkins eine warme Suppe be⸗ reiten“— ſprach ſie zu ſich ſelbſt—„damit die Woche vollzählig wird. Dann aber mag er für ſeinen Trotz büßen.“
Als Frau Simpſon am Morgen in die Zelle des Knaben trat und ihm die Suppe überbrachte, richtete jener ſich nicht von ſeinem Lager empor, um die Gabe zu ver⸗ zehren. Frau Simpſon hielt das für verſtärkten Trotz und wollte ſchon wieder unwillig gehen. Das ungewöhn⸗ lich laute und ſchnelle Athmen des Kindes bewog ſie jedoch zum Bleiben und zu größrer Annäherung. Da bemerkte ſie, daß Wilkins mit geſchloſſenen Augen, offenem Mund und einem hochrothen, abgegränzten Fleck auf der linken Wange dalag. Als ſie ihre Hand prüfend auf die heiße, trockene Stirn des Knaben legte, ſchlug dieſer die Augen auf und blickte die Frau wirr an.
„Fehlt Dir etwas, Kind?“ fragte Frau Simpſon, deren Groll, wie Märzſchnee in der Mittagsſonne, wegſchmolz.
„Mein Kopf thut weh“— verſetzte Wilkins ächzend und kurzathmig.„Und hier“— er deutete auf dir linke Seite ſeines Körpers—„ſticht's!“
Was Milde und Mitleid bisher nicht vermocht hatten, bewirkte jetzt das eigene Weh: Wilkins antwortete.
„Die Handhabe wäre gefunden“— murmelte Frau Simpſon vor ſich hin—„an welcher wir Dich faſſen können; allein ſchlimm iſt's, daß dieſe Handhabe keine beſſere iſt.“ Sie überlegte dann, was mit dem erkrankten Knaben zu machen ſei, und beeilte ſich vor allen Dingen,


