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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Fahrewell, Gribbſon und Hawking heute in ſo ſchreck⸗ licher Weiſe enden laſſen. Ach! ſteht nicht ein eben ſo trauriges Schickſal dem unglücklichen Wilkins bevor? Welche Rachſucht und Tücke, welcher Trotz und Haß ſchon in dem elfjährigen Knaben ſtecken! Ich hoffte, daß die jetzige Einſamkeit ſeiner Haft ihn nachgiebiger ſtim⸗ men würde, aber er beharrt auf ſeinem Trotzkopf.

Verſuche es einmal in Güte mit ihm, rieth Frau Simpſon.Dieſe wirkt oft mehr als Härte und Ge⸗ walt.

Simpſon ſchüttelte das Haupt und brummte, indem er ſeine Wohnſtube verließ, die Worte vor ſich hin:

Drollige Zumuthung von meiner Frau! Ich, der lieber alle großen und kleinen, alten und jungen Böſe⸗

wichter zuſammen in dem Mörſer zerſtampfen möchte, ſoll einem nichtsnutzigen Buben gute Worte geben! Meine Fauſt, die harte, ſchwielenreiche, ſoll ich zu einer Sam⸗ metpatſche umwandeln und damit einen jungen Bären ſtreicheln, der mir die Zähne fletſchend zeigt! Peſt und Galgen! ſüße Reden werden eben ſo wenig über meine rauhe Zunge wollen, als ein Neger je weißgewaſchen werden kann. Zum Spaße nur möchte ich's einmal ver⸗ ſuchen.

Nach dieſen Worten begab ſich Simpſon in Wilkins Zelle, wo er den Knaben ſtille in einem Winkel ſitzen fand. Er rührte ſich ſelbſt dann nicht, als Simpſon ſich ihm näherte und ſeine Hand ſanft ihm auf das Haupt legte.

Wilkins, hob Simpſon mit möglichſt gelaſſener