154 erbtes Haus und zwar nicht in die feuchte, kalte und finſtere Wohnung, welche einſt Pommrich inne gehabt hatte, ſondern in eine freundliche, ſonnenhelle, jedoch beſcheidene im dritten Stockwerk. Thomas baute zu ſeiner Erholung und Zer⸗ ſtreuung ferner ſeine Vogelbauer und Fallen, dabei ſeine Priſe Contenance ſchnupfend. Pommrich hatte ſeinen Poſten in der Bettfederreinigungsanſtalt, des vielen, ihm auf die Lunge fallenden Staubes wegen, aufgegeben, flickte wieder Schuhe und Stiefeln, fertigte Feuerwerksſachen, unter Fer⸗ dinands Beihilfe, ließ ſich dabei von einem goldgelben Ka⸗ narienmatz etwas vorſingen und hatte ſich weder über Nahr⸗ rungsſorgen, noch anderer Noth zu beklagen. Hauthal wartete noch ferner und zwar nur aus aller Anhänglichkeit, nicht aus Noth, des Aſſeſſors Rappen ab; er rauchte ſeine Pfeife und trank jetzt wieder Nordhäuſer ohne Siegellack, jedoch aus einem kleineren Glaſe, wie vormals, ohne die Zahl ſeiner täglichen Schnäpſe deshalb zu vermehren. Seine Naſe be⸗ gann ſich nämlich zu röthen und er konnte ein ſolches aus⸗ gehängtes Branntweinzeichen zwar an einem Hauſe, doch nicht in ſeinem Antlitze leiden.
Daß gegenwärtig den drei Invaliden das Gehen wie das Handiren weit leichter als ſonſt wurde, davon waren die überaus künſtlich gefertigten, hölzernen Glieder— aus zwei Beinen und einem Arme beſtehend— die Urſache, welche an der Stelle der unbehülflichen Stelzfüße Thomaſens und Pommrichs und das durch einen leeren Aermel ſchlecht verdeckt geweſenen Armſtumpfes Hauthals getreten waren.
Dank der Schietzelſchen Erbſchaft, der Großmuth des braven Oberſtleutnants von Richthauſen und der erfüllten


