Druckschrift 
Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Einen Augenblick ſah der höchlich überraſchte Hauthal ſeine beiden Kameraden fragend an, welche ihm lächelnd und bedeutungsvoll zunickten, dann ſagte er raſch und entſchloſſen:

Excellenz kennt unſern heißeſten Wunſch. Geben Sie den Sohn unſers gemeinſamen Wohlthäters und Lebens⸗ retters frei und wir werden vor Freuden närriſch.

Topp! ſprach der Miniſter lächelnd.Es ſei! Ich werde des Königs Majeſtät bitten, um meinetwillen einmal eine Ausnahme vom Geſetz zu geſtatten, und hoffe, daß meine Bitte eine gnädige Erhörung finden werde. Doch närriſch darf dann keiner von Euch braven Männern werden. Ich aber behalte mir vor, meine Dankbarkeit gegen den Retter meines Lebens auf andere Weiſe noch zu bethätigen.

Einſtweilen hier meine Hand, wackrer Kamerad, und die Verſicherung, daß ich weder Eurer aufopfernden That in jener heißen Schlacht, noch der gegenwärtigen Stunde ver⸗ geſſen werde.

Hauthal zog ein fürchterliches Geſicht, um ſeine tiefe Rührung, ſo wie eine hervorquellende Thräne zu verbergen. Dankſtammelnd und in Verwirrung zog er ſich nebſt ſeinen beiden Kameraden zurück. Draußen aber begann er gegen Pommrich zu murren, daß derſelbe nicht, wie er verſprochen, die Geldbeutelſtücke in den Fluß geworfen, ſondern zum Ver⸗ rathen ſeines lange und tief bewahrten Herzensgeheimniſſes verwendet hatte.

Es iſt und bleibt nicht recht brummte Hauthal, weder von dir, noch von der Execellenz, daß du erſt den alten Kohl wieder aufwärmen mußteſt, um der Mutter den Sohn und deren Töchtern den Ernährer zurückzugeben und