—————————
—
£
—
141
hierauf Papier, Feder und Tintenfaß zum Vorſchein und ſetzte ſich, zum Schreiben fertig, an den Tiſch des Invaliden nieder. Ein anderer Herr richtete nun an zwei ſeiner Be⸗ gleiter, in welchen Thomas ſeinen Hauswirth und einen von deſſen angeſeheneren Abmiethern erkannte, die Frage:
„Erkennen Sie in dieſem einbeinigen Invaliden den vormaligen Gemeinen des Infanterie⸗Regiments Hohenlohe⸗ Ichtelfingen, Namens Gottlob Thomas? und können Sie
„ſolches eidlich beſtärken?“
„Ja!“ lautete die einſtimmige Antwort, welche, wie die vorangegangene Frage, von dem Herrn am Tiſche niederge⸗ ſchrieben wurde.
„Erkennen Sie ferner“— fuhr der Frager fort, indem er auf die bebende Auguſte zeigte—„in dieſem Mädchen, Auguſte Tiefenbach, eine vater⸗ und mutterloſe Waiſe, zu⸗ gleich die Enkelin des vorerwähnten Gottlob Thomas? und können Sie ſolches eidlich beſtärken?“
„Ja!“ ertönte es wieder.
„Wo iſt die Sparbüchſe“— wendete ſich der Frager an den Stelzfuß—„welche die verſtorbene Frau Schietzel Eurer Enkelin hier zum Geſchenk gemacht hat?“
„Hole ſie herein!“ gebot Thomas dem Kinde.
Auguſte gehorchte und ſetzte mit zitternder Hand die Sparbüchſe auf den Tiſch nieder. Der Frager unterſuchte genau den äußern Befund des Blechgefäßes, wie des vorge⸗ legten Schlößchens und überzeugte ſich von deſſen Unver⸗ letztheit ſo wie von deſſen Verſchluß. Dann ließ er in glei⸗ cher Abſicht die Sparbüchſe die Runde unter ſeinen Beglei⸗ tern machen.


