war nun plötzlich mit dem Tode der alten Frau hinwegge⸗ fallen und darum es verzeihlich, wenn Auguſte bei dem brennenden Verlangen, gegen Pommrich dankbar ſich zu be⸗ weiſen, von einer faſt freudigen Regung durchdrungen wurde.
Kaum konnte ſie vor Ungeduld die Heimkehr ihres Groß⸗ vaters erwarten, welcher, eine beſtellte Mäuſefalle fortzu⸗ tragen, ausgegangen war. Als er endlich angeſtelzt kam, ſprang ihm Auguſte noch auf der Treppe mit dem Rufe ent⸗ gegen:
„Großvater! Frau Schietzel iſt todt! Nicht wahr, nun darf ich meine Sparbüchſe öffnen und Geld zu einem Ka⸗ narienvogel für unſern Pommrich herausnehmen 2
„Das dir zu verwehren hat allerdings niemand das Recht“— verſetzte Thomas.
„Nun, ſo helfen Sie mir raſch das Schloß aufmachen“ — bat Auguſte—„und wenn wir es zerſchlagen oder auf⸗ brechen müſſen. Hier iſt die Büchſe! Ich hab' ſie ſchon des⸗ halb hervorgeholt.“
„Nur gemach, Kind!“ erwiderte Thomas mit der Be⸗ dächtigkeit des Alters.„Man darf nichts übereilt thun. Wozu dieſe Haſt, welche lieber gleich Alles zerſtören oder un⸗ brauchbar machen möchte!“
„Ach, Großvater! zu lange ſchon iſt's, daß ich Pomm⸗ richen großen Dank ſchulde. Es handelt ſich ja nur um die⸗ ſes ganz kleine Schlößchen, das ich mir faſt mit einem krum⸗ men Nagel zu öffnen getraue.“
„Das jagt, das brennt gleich lichterloh' bei der Jugend 16 meinte Thomas.„Haſt du aber auch bedacht, Guſte! daß
wenn du jetzt in der noch immer bittern Winterkälte einen


