126 was nicht unter weiche Flaumenfedern gehört, zu Boden. Suche das Ding auf und wirf's abſeits.“
Ferdinand begann am Boden umherzukriechen und in den Federn und deren Staube zu ſuchen.
„Da!“ rief er laut und fröhlich aus.„Kein Steinchen — kein Pflaumenkern iſt's! O ſehen Sie, Großvater, welch' ein blitzendes Ding ich gefunden habe!“ Dabei hielt der Knabe ſeinen Fund dem Stelzfuß hin, welcher ihn näher an ſeine alterblöden Augen brachte und dann ausrief:
„Wohl ſind das Steinchen und zwar in Gold gefaßt. Jedes derſelben iſt theurer als ein großer Mühlſtein und gleichwohl zu nichts nütze. Diamanten und Brillanten nennt man das Zeug, wie dieſes hier iſt. Jede einfache Stecknadel verrichtet dieſelben Dienſte, wie dieſe Brillant⸗ nadel, für welche man an die tauſend Briefe voll Steckna⸗ deln kaufen könnte. Doch wie iſt die Nadel in oder unter die Federn gekommen? Wem gehören dieſe Betten an? Zeige das Inlet her, Junge! damit ich nach dem Namens⸗ zeichen ſehen kann. Hm! eine kleine Krone und darunter M. v. R. Du, Nande, mir ſchwant etwas. Hieß nicht der⸗ jenige Herr, welcher vor etlichen Monaten 25 Thaler Be⸗ lohnung auf eine verloren gegangene Schmucknadel ſetzte, von Richthauſen? Ich entſinne mich auch, daß jene Nadel genau beſchrieben war wie dieſe: eine kleine Sonne von Brillanten, an welcher die Strahlenſpitzen von Gold ſind. Nun will ich noch meinen Arbeitsherrn befragen, wem dieſe Betten, welche als Krankenbetten angemeldet ſind und des⸗ halb von den andern abgeſondert gereinigt werden, ange⸗ hören. Trift der Name von Richthauſen zu, ſo ſind uns die


