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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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neben dem Ofen ſitzen, der aber nur lauwarm anzufühlen war. Dagegen hatte ſich die Geizige mit einer Hülle von vielerlei Kleidern und Tüchern umgeben, unter welcher ſie, wie der Kern einer Zwiebel unter ihren neun Häuten oder Schalen verſteckt war. Auf die bewegliche Erzählung von dem Verluſt des Stelzfußes, ihres einſtigen Hausgenoſſen, verſetzte die Frau der Erzählerin mit grämlicher Stimme: „Ein Narr iſt der alte Kerl! Wie mag ein ſolcher Habe⸗ nichts und Hungerleider noch Vögel halten und füttern?! Eine Wohlthat für ihn, daß ſein Beeſt erepirt iſt. Gegen mich lamentirte er damals, daß er unmöglich die paar Tha⸗ ler Zins mehr geben könnte, die ich ihm zumuthete, aber das Geld für Vögel, Vogelgebauer und Vogelfutter weg⸗ werfen konnte er.“

Dagegen etwas zu erwiedern, getraute ſich Auguſte nicht. Schon wollte ſie wieder gehen, als Frau Schietzel nach einer Pauſe zu ihr anhob.

„Kind! du ſollſt mir einen Gefallen thun. Es wird

„allgemach Zeit, daß ich mein Teſtament mache. Ich will nicht, daß meine ſauer geſparten paar Pfennige meinen weitläufigen Verwandten zufallen, die ſich nicht um mich kümmern, dagegen über meine Sparſamkeit ihr Geſpött treiben. Bisher haben mich die Koſten immer abgeſchreckt, die ein Teſtament verurſacht. Jetzt aber wohnt ein Advo⸗ cat, der zugleich Notar iſt, vorn in meinem Hauſe, zwei Treppen hoch. Zu demſelben geh' jetzt und frage ihn in meinem Namen, ob er wohl meinen letzten Willen nieder⸗ ſchreiben, aber keine Bezahlung dafür verlangen, auch alle

übrigen Unkoſten dabei tragen wolle, wenn ich ihm in dem