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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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führt hätte, wäre ihre Zeit nicht gar zu knapp abgemeſſen geweſen.“

Die drei Invaliden vertieften ſich hierauf in die Erinne⸗ rung an ihr Soldatenleben und namentlich war es die gegen⸗ ſeitige Beſchreibung, wie ſie zu dem Verluſt ihrer Glieder gekommen waren, was ſie dabei gefühlt und ausgeſtanden hatten. Sie waren dabei in ein ſolches Feuer gerathen, daß bei der endlichen Trennung die beiden Einbeinigen ihre, der Bequemlichkeit halber, abgelegten Stelzbeine vertauſchten, der Eine von ihnen demnach das linke Holzbein ſeines Kame⸗ raden an den Stumpf ſeines rechten Beines, der Andere wiederum das fremde rechte an ſein linkes ſchnallte. Trotz dem unbequemeren Gehen mit dem fremden Stelzfuße be⸗ merkte Pommrich den Tauſch nicht eher, als bis er den halben Heimweg zurückgelegt hatte, woran jedenfalls der genoſſene Schnaps ſeinen Antheil hatte Am andern Morgen begeg⸗ neten Ferdinand und Auguſte, ein Jedes von ihnen mit einem Stelzbeine beladen, einander auf der Straße und be⸗ wirkten unter herzlichem Lachen den Tauſch der verwechſelten Füße.

Bisher und ſeit ihrer Herſtellung hatte ſich Auguſte nicht entſchließen können, zu Richthauſens zu gehen, um dort ihren Dank für die während ihrer Krankheit ihr bezeigte Theilnahme darzubringen. Nicht mit Unrecht befürchtete ſie, daß es ihr eben ſo ergehen dürfte, wie ihrem Großvater, welcher in der Abſicht, ſeinen Dank abzuſtatten, zu Richt⸗ hauſens ſich begeben hatte, aber nicht vorgelaſſen worden war. Ueberdies gab es dem Mädchen noch jedesmal einen

neuen Stich in's noch nicht geheilte Herz, wenn ſie den