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Körper trennten, liebreich Troſt zuſprach, daß wir in unſerm großen Jammer nicht verzweifelten und nicht den Tod einer elenden Verſtümmelung vorzogen? Ha! ohne wen ſäßen wir jetzt nicht hier ſo vergnügt beiſammen, hätteſt du deine Auguſte, du deinen Ferdinand und ich meine Pfleglinge, die Pferde nicht, die mir Kindesſtelle erſetzen? Wer war das? frage ich zum drittenmale.“
„Das war unſer Landsmann“— antworteten Thomas und Pommrich einſtimmig und bewegt—„das war unſer einſtiger Feldſcherer Hennig. Gott habe ihn ſelig!“
„Ja! Hennig war's und kein Anderer!“ ſprach Hau⸗ thal gerührt. Er ruht ſchon ſeit fünf Jahren und wir Krüppel leben noch immer! Wenn alle Feldſcherer oder Chirurgen, wie ſie heutzutage heißen, eben ſo geſchickt, mit⸗ leidig und uneigennützig wären wie unſer ſeliger Hennig: ſo wäre es noch einmal ſo leicht, Soldat zu ſein und in die heiße Schlacht zu gehen. Nun, und Hennigs Wittwe war's, die mich geſtern beſucht hat. Sie lebt und wohnt in einem Städtchen der Provinz, wo ſie ſich und ihre ſechs Kinder von dem Ertrage einer Barbierſtube ernährt, deren jetziger Vorſtand ihr älteſter, bald zwanzigjähriger Sohn iſt. Die gute Frau hatte Angſt, daß man dieſen ihren Sohn bei der nächſten Rekrutenaushebung behalten könne, und wollte deshalb in Zeiten vorbeugen. Ich habe ſie aber deshalb be⸗ ruhigt, indem ich ihr ſagte, daß man den einzigen Sohn einer Wittwe, der zugleich der Ernährer ſeiner fünf jüngeren Schweſtern ſei, nimmermehr zum Soldaten ma⸗ chen könne und werde. Mit erleichtertem Herzen reiſete die gute Frau wieder ab, die ich gern auch zu euch ge⸗


