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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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vergehen werden: dann wird auf des Herrn allmächtiges Gebot auch dieſes Grab ſeine Todte ausſpeien und dieſe gar vielen reichen und vornehmen Frauen vorgezogen werden, die hier die arme Wäſcherin verächtlich über die Achſel an⸗ geſehen, oder ihr den ſchweren Wäſchekorb auf den müden Rücken genöthigt oder ihre blutenden Hände zu fernerem Waſchen gezwungen haben. Dieſer Gedanke erhebe und tröſte den Vater und das Kind der Geſtorbenen! Er tröſte aber auch uns, die wir gleichfalls hier unſer Bündel Noth zu tragen haben. Dabei blickte der Sprecher auf die Stelle, wo ihm der linke Arm fehlte, und ſchloß nach gebe⸗ tetem Vaterunſer mit einem andächtigenAmen.

Der Todtengräber ſagte kein unſchönes Wort mehr. Die Wäſcherinnen dagegen drängten ſich um den Stand⸗ redner, um ihm für die der Todten geſpendete Lobrede und ihre eigene Erhebung dankbar die Hand zu drücken. Da unterbrach ein beginnender Trauergeſang in der Ferne

die lautwerdenden Herzensergießungen der mundfertigen Wäſcherinnen.

Wie ſie ſo ſanft ruhn, alle die Seligen! erſcholl es, von einem eingeübten Sängerchor angeſtimmt.

Mehr noch als die Textworte übte die Melodie des Lie⸗ des ihre ganze Zauberkraft auf die trauernden Gemüther aus. Zwar wühlte ſie den Schmerz über die Geſchiedene erſt recht auf in der Herzenstiefe, allein nur, um dann in die Wunde deſto ſicherer den lindernden Balſam zu träu⸗ feln und ſie kunſtgerecht zu verbinden. Als nun vollends der Sängerchor mit dem einzig erhabenen Troſtliede ſchloß