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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Gängen der Menſchenliebe, beſonders wenn deau ſeinem Feinde eine Erquickung zutragen ließ. Da b der Knabe eine neue Gelegenheit, eine dunkle Schattenſeite des äußer⸗ lich glänzenden Kriegerſtandes mehr kennen zu lernen. Hin er der Couliſſe ſieht der Schauſpieler ganz anders und ſelten kläglich genug aus, welcher vor der Couliſſe mit roth geſchminkten Wangen, falſchen Haaren, falſchen Waden und in prunkender Kleidung als ein Halbgott erſcheint. Und gleichwie die bezaubernd ſchöne Kunſtreiterin außerhalb der Rennbahn oftmals zur ſchmutzig oder nachläſſig gekleideten Dirne ſich umwandelt, ſo kann man das Lazareth„hinter der Couliſſe und außerhalb der Rennbahn“ nennen, wo jeder Prunk und Schimmer verſchwindet und das menſchliche Elend in ſeiner furchtbarſten Geſtalt erſcheint.

Als Wilhelm das erſte Mal die Räume des Lazareths betrat, prallte er erſchrocken und unter den Kennzeichen des Ekels zurück. Zu dem entſetzlichen Anblick der vielen Ver⸗ wundeten und Verſtümmelten, deren Körpertheile mit blut⸗ getränkten weißen Binden umgeben waren, geſellte ſich noch eine übelriechende, ſchwüle und beängſtigende Luft, die man vergeblich durch fleißiges Beſprengen der Dielen mit Eſſig zu vertreiben ſuchte. Wie bleich, verſchwollen, entſtellt, hin⸗ ſterbend die Krieger auf ihren dicht an einander gereihten Lagerſtätten ächzten und ſtöhnten oder laut phantaſirten! Das Letztere that auch Bedeau's Feind, der junge, preußiſche Officier, der lange bewußtlos und in der größten Lebensge⸗ fahr war. Endlich beſſerte ſich deſſen Zuſtand in ſo weit, daß er ſeine Beſinnung wieder erhielt. Als er nun mit kla⸗ rem Auge um ſich blickte und einen franzöſiſchen Officier an