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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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über das weite Schlachtfeld einher und zermalmte die Körper der Todten, der Sterbenden und der Schwerverwundeten. Noch ſchlimmer verfuhr die Artillerie, deren ſchwere Ge⸗ ſchütze mit ihren eiſenbeſchlagenen Rädern noch weit ver⸗ nichtender auftreten, als der flüchtige Pferdehuf. Nachdem die ſtreitenden Theile das Schlachtfeld geräumt hatten, fanden ſich die beuteluſtigen Nachzügler ein, welche, wie die Saat⸗ krähen dem pflügenden Landmann, der Schlacht auf dem Fuße nachfolgen und für die noch nicht völlig todten Schlacht⸗ opfer die fürchterlichſte Plage ſind. Dieſer Abſchaum von Menſchen macht es genau wie die Strandbewohner an der Meeresküſte, die dem armen Schiffbrüchigen den letzten Noth⸗ pfennig, das letzte Hemd vom froſtzitternden Leibe, ja wohl gar ſelbſt das letzte Lebensfünklein entreißen, damit kein Mund von ihrer ſchändlichen Raubſucht zeugen oder klagen ß könne. Nachdem dieſe diebiſchen Raben nichts als die nackten Körper der gebliebenen Krieger auf dem Schlachtfelde zurück⸗ gelaſſen hatten, erſchienen diejenigen, welche zu dem letzten Werke zu dem Einſcharren der Todten gedingt oder gezwungen worden waren. Mit harten, ſchonungsloſen Händen und Herzen verrichteten ſie ihre Arbeit. Ob ein Krieger noch 8 athmete oder zuckte, kümmerte nicht. Er wurde mit ſeinen Kameraden in die tiefe, weite Grube geworfen, deren Erddecke ihm die Möglichkeit ferneren Athmens und Zuckens benahm. Sollte man es glauben, daß es Chriſten gebe, welche den Krieg für nöthig erachten, ja denſelben herbeiwünſchen, auf deſſen nahen Ausbruch ſich ſogar freuen, weil er ihnen die Ausſicht auf ein ſchnelleres Emporſteigen eröffnet?