Nach einer kleinen Weile zeigte ſich in demjenigen Wagenſchlage, welcher dem Poſthauſe abgewendet war, die Geſtalt des ehrlichen Gutsbeſitzers.
„Mein Herr Förſter—“ hob er zu Horſa halblaut und eilig an—„oder was Sie ſind— ich ward ſo eben Ohrenzeuge, wie der ſaubere Herr von Wolf dem Hausknechte heimlich auftrug, ein wachſames Auge auf Sie zu haben und wie er dann, nachdem er ſich nach der Wohnung des Amtshauptmanns erkundigt hatte, raſch davon ging. Ungeachtet Ihres ſonderbaren, beweglichen Bauches halte ich Sie für einen rechtlicheren und wegen Ihrer Großmuth gegen die Poſtillionswittwe, für einen beſſeren Mann als den Spieler Wolf. Deshalb ſetze ich Sie in Kenntniß von des Letzteren Maßregeln, für den Fall, daß Sie eine Entdeckung zu fürchten hätten. Ich bin ein ehrlicher Kerl— was aber find Sie? Und wer ſind Sie eigentlich?
„Ich bin— ich war—“ ſtammelte Horſa verle⸗ gen— dann ſich ermannend, fuhr er mit majeſtätiſcher Würde fort:„Ich bin der verfolgte Fürſt Horſa!“
Betroffen trat Schmiedel einen Schritt zurück. Gleich darauf aber flüſterte er dem Fürſten zu:„Steigen Sie ſchnell aus— der Hausknecht wird eben abgerufen— folgen Sie mir— ich werde Sie zu retten ſuchen.“
Horſa hatte bereits ſeine Haartour wieder zurecht gerückt. Den verſchobenen falſchen Leib verbarg er un⸗ ter dem Mantel und ſo bewirkte er ſeinen Austritt aus dem Poſtwagen. Hier faßte ihn Schmiedel vertraulich unter den Arm und entfernte ſich mit dem Fürſten plau⸗ dernd langſamen Schrittes, den er erſt ſpäter beſchleunigte, als beide aus der Nähe des Poſthauſes waren.


