Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Der Fürſt erwiderte nichts. Es kam die Stunde, in welcher er vor ſein verſammeltes Volk hintreten und ſprechen ſollte. Als er unter dem ſammetnen Thronhim⸗ mel ſtand und vor ſich die vielen Tauſende ſeiner Unter⸗ thanen, Kopf an Kopf gedrängt, auf dem weiten Platze verſammelt ſah, als ſein Blick von ihnen hinweg auf die Häuſer fiel, deren Fenſter von unten bis oben, ja bis zu den abgedeckten Dächern hinauf, mit feſtlich gekleideten Menſchen, mit Blumengewinden, bunten Tep⸗ pichen und wehenden Fahnen beſetzt waren, als der Kanonendonner, das Glockengeläute, die Muſik und das vieltauſendſtimmige Gemurmel der unabſehbaren Menge plötzlich verhallte, die lautloſeſte Stille eintrat und jeg⸗ liches Auge auf den jungen Monarchen erwartungsvoll ſich richtete, der unter unſäglichen Gefühlen ſich der ſtei⸗ nernen Balluſtrade der großen Freitreppe genaht hatte: da vergaß Horſa der eingelernten Rede da ſtanden nur noch der Bibel Worte mit Flammenſchrift vor ihm geſchrieben:Ich bin ein kleiner Knabe Du wolleſt Deinem Knechte geben ein gehorſames Herz, daß er Dein Volk richten möge, und verſtehen, was gut und böſe iſt.

Und mit dem voll überſtrömenden Herzen ging ihm zugleich der Mund auf; und er ſprach in ſchlichten, aber rührenden Worten aus, was er in der Bibel geleſen und was er dabei ſich ſelbſt angelobt hatte. Und von ſeinem Volke wendete er ſich zu ſeinem Gotte, den er um Weisheit anflehte, ſein Volk mit Milde und Gerech⸗ tigkeit zu regieren. 5 Eein Geiſt war über den jungen Fürſten gekommen, von deſſen Daſein in ihm ſelbſt er bisher keine Ahnung