Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Ae Glocken im ganzen Lande läuteten. Der regierende Fürſt war verblichen, nicht geſtorben wie die gemeinen Leute, und ehegeſtern beſtattet, ſtatt beerdigt worden. Da er kinderlos geblieben, ſo kam ein junger Prinz einer nahen Seitenlinie an die Regierung. Bereits wurden die Anſtalten zu deſſen feierlicher Huldigung getroffen, zu dieſem Zwecke goldverbrämte Purpurdecken über die Bruſt⸗

lehne des großen Söllers vor dem fürſtlichen Schloſſe

ausgebreitet, ein ſammetner Baldachin darüber errichtet, Kronen aufgeſteckt und ähnliche Beigaben der regierenden Würde zur Schau gebracht. Das müßige Volk ſtand und betrachtete neugierig die lange nicht aus der fürſt⸗ lichen Rumpelkammer hervorgeholten Sachen. Noch mehr aber freute es ſich auf die bevorſtehende Huldigung, als ein lange nicht erlebtes Schauſpiel, da der verſtorbene Fürſt über 50 Jahre regiert gehabt hatte. Ueberdies wurde bei dieſer ſeltenen Gelegenheit ein gebratener Ochſe dem Volke preisgegeben, Geld unter daſſelbe ge⸗ worfen und Wein in den öffentlichen Röhrbrunnen ſprin⸗ gen gelaſſen. Urſachen genug zur Freude! Der junge Fürſt dagegen fühlte bereits die erſte Laſt ſeiner neuen Würde.

Lieber von Bimsſtein hatte der erſte Miniſter

zu einem ſeiner vertrauten Räthe geſagtſetzen Sie 1*