Wunſche eines ganzen Volkes muß das Glück und der Wille des Einzelnen zurücktreten. Wie mich mein Hein⸗ rich, mache Horſa ſein Volk glücklich. Und Horſa wird— das weiß ich gewiß— kein Andrer mir ſein als Heinrich bisher geweſen iſt.“
„Mein gutes Weib!“ rief Horſa tief gerührt und
ſchloß Anna in ſeine Aerme.
„Mein liebes Kind! Du haſt mich beſiegt—“ ſprach Vater Schmidt voll Zärtlichkeit.
„Heil, Heil unſerm geliebten Fürſtenpaare! Hoch lebe unſre gütige Landesmutter! Hoch leben alle die Ih⸗ rigen!“ tönte es von allen Seiten.
Die Männer, die glänzenden Augen voll Thränen der Freude, drängten ſich um das Fürſtenpaar. Wer nicht zu ihm heranlangen konnte, umarmte in ſeinem Wonnenrauſche den erſten, beſten Nachbar. Die Scheune ward zum Freudentempel— die harte Tenne mit Freu⸗ denzähren beſäet.
Fürſt Ottokar war zu ſeinen Vätern verſammelt worden, Horſa, ſein Nachfolger, durch Ehrenpforten in ſein Land eingezogen. Von der Gränze bis zur Haupt⸗ ſtadt war ſeine Reiſe ein nicht endender Triumphzug ge⸗ weſen. Meilenweit im Umkreiſe hatte die Bevölkerung ihre Wohnungen verlaſſen, um das heiß erſehnte Fürſten⸗ paar zu ſehen und zu begrüßen. Durch zahlloſe Triumph⸗ bögen und Ehrenpforten fuhr der Wagen Horſa's dahin, welcher die hineingeworfenen Blumen nicht alle zu faſſen vermochte. Ueberall derſelbe Zudrang der begeiſterten Menge— überall freudeweinende, wie frendelachende Geſichter— überall daſſelbe Jubelgeſchrei. Wer mag die Gefühle der jungen Landesmutter beſchreiben wollen, als ſie an der Seite ihres Horſa und ihrer Kinder in die vollgedrängten Straßen der Hauptſtadt einfuhr, als der Donner der Kanonen, das Läuten aller Glocken, die
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