Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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blaſen und ihre Kleider einzuräuchern. Sollte unſerm Gaſte da Dein Geſang mißfallen und er theuer bezahlte Sängerinnen gewohnt ſein: nun, ſo ſteht es ihm ja frei, Deinem Geſange aus dem Wege zu gehen. Gewiß wird er nicht verlangen, daß wir ſeinetwegen von einer Ge⸗ wohnheit abgehen, die uns ſo theuer und lieb gewor⸗ den iſt.

Da ging Anna zum Klaviere, öffnete es, ſuchte die Noten hervor und begann die Taſten zu berühren. Nach einem kurzen Vorſpiele ſang ſie erſt mit unſichrer, dann aber feſter werdenden Stimme ein einfaches Lied. Was der Stimme an Kunſtbildung abging, erſetzte ihre Rein⸗ heit, Innigkeit und die deutlichſte Ausſprache. Vater, Mutter und Sohn hörten mit gefalteten Händen und ſichtlicher Andacht der Sängerin zu. Als dieſe ſpäter endigte, herrſchte die tiefſte Stille im Zimmer. Kein Beifallszeichen, auch nicht das leiſeſte, erfolgte. Keine Spur von Eitelkeit oder Stolz über die Geſchicklichkeit ihrer Tochter war auf dem Antlitze des Vaters wie der Mutter zu leſen. Horſa errieth mit richtigem Takte, was die Aeltern fühlten. Darum unterließ auch er, der Sängerin ſein Lob zu zollen, das ihm vom Herzen ge⸗ gangen wäre. Einſt hatte Horſa einer einzigen Opern⸗ ſängerin der tauſend Thaler mehrere jährlich bezahlt und er war von ihren Trillern und Rouladen minder bewegt worden als von Anna's kunſtloſem Geſange. So ändert ſich der Menſch mit den Umſtänden!

Als am Nachmittage Vater Schmidt wieder in den Wald ging, begleitete ihn Horſa. Ein Erwerbszweig, den er noch nie in der Nähe geſehen und kennen gelernt hatte, zeigte ſich hier ſeinen Blicken. Rauchende Meiler,