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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Dann wird man dich verbrennen, Weib, und deine unſchuldigen Kinder dazu! ſprach Popp traurig.

Haben ſie mir den Gatten ermordet, ſo erwarte ich ihre Flammen mit Freuden enkgegnete Sara nit blitzenden Augen. Du? erwiederte Popp kopfſchüttelnd.Vielleicht! Ich könnte es nicht. Aber willſt du deine lieben Kinder in der freſſenden Flamme ſich krümmen und winden ſehen unter den unſäglichſten Schmerzen? Vermagſt du den Anblick zu ertragen, wenn ſie die kleinen zarten Hände jammernd um Hülfe nach dir ausſtrecken? Wenn ihr flehender Mund in dem ſchwarzen Rauche erſtickt? Wenn ihr kleiner Körper in der Gluth aufſchwillt und berſtet2 Ach, Weib! ſeitdem das glühende Eiſen ziſchend ſich auf meine blutende Hand drückte, habe ich erſt die Macht des Feuers erkannt. Warſt du doch ſelbſt Zeuge von

meinem raſenden Schmerze. Und derſelbe traf nur den

kleinſten und abgehärteſten Theil meines Körpers. Komm' und folge mir mit deinen Kindern.

Wohin? forſchte Sara.Warum nicht hier bleiben, wo in dem weiten Brauhauſe der Verſtecke ſo viele ſind?

Die Flammen werden dich und deine Kinder daraus

verjagen oder darin verbrennen ſagte Popp. Das iſt ja eben das Fürchterliche. Das wüthende Volk ſchont ja die Wohngebäude ſeiner eigenen Glaubensge⸗ noſſen nicht, ſobald ſie einen Juden darin verborgen wähnen. Komm' mit mir, Frau! Jetzt iſt's dazu noch