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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Knabe ein Gleiches thun wollte, wies ihn Guntram mit der Hand zurück und ſprach barſch:

„Marſch! du ſollſt uns das Eſſen nicht vergiften dürfen. Vor die Thüre mit dir, wo du warteſt, bis wir fertig ſind und ob etwas für dich übrig bleiben wird.“

Guntram ſchien der Oberſte unter den Brauerge⸗ ſellen zu ſein, denn die übrigen ſagten kein Wort dazu. In Friedbert aber wallte abermals der Zorn auf, der ſich in ſeinen wuthblitzenden Augen eher als durch die Sprache kundgab. Schon öffnete er den Mund zu einer haſtigen Erwiderung, als ihm noch zu rechter Zeit der ihm von Popp ertheilte gute Rath einfiel.

Das Jammerbild ſeiner leidenden Mutter, die, ohne ihre Schuld aus jeglicher menſchlichen Gemeinſchaft ge⸗ ſtoßen, auch noch die Qualen einer fürchterlichen Krank⸗ heit ertragen mußte, trat ihm vor die Augen und als⸗ bald glätteten ſich die Wellen ſeines tiefbewegten Ge⸗ müthes. Er verließ den Schalander und ſtellte ſich draußen an ein Fenſter, durch welches er in's Freie und auf den Elbſtrom blicken konnte. Ein vielſtimmiges Vogelgeſchrei, das in der Nähe ertönte, zog ſeinen Blick auf das Rachbarhaus und auf eine in deſſen Seitenwand befindliche Oeffnung, vor welcher ein Raubvogel, ein Stößer, flatterte und mit ſeinem langen Schnabel hin⸗ einlangte. Um den Räuber umher ſchwirrte ein Heer kleinerer Vögel, welche durch entſetzliches Schreien den Stößer fortzuſcheuchen ſich bemühten. Dieſer aber ließ ſich nicht beirren und flog nicht eher davon, als bis er