Druckschrift 
Zilia, die Peruanerin / nach dem Französischen von C.F. Mandieu
Entstehung
Einzelbild herunterladen

235

thuͤmliches Reize, welche ich mich zu genießen zwinge, denn bei dem feſten Glauben zu mir ſelbſt, rechne ich wenig auf meine Vernunft. Ich uͤberlaſſe mich meiner Schwachheit und bekaͤmpfe nur die meines Herzens, indem ich der meines Verſtandes nachgebe. Die Krank⸗ heit der Seele ertraͤgt keine heftigen Mittel!

Die Wohlanſtaͤndigkeit dieſer hochmuͤthigen Nation erlaubt vielleicht die Unabhaͤngigkeit und die Einſamkeit in meinen Jahren nicht. So oft Celine zu mir kommt, will ſie mich wenig⸗ ſtens uͤberreden, ſie hat mir aber noch keinen hinreichenden Grund dafuͤr angegeben, um mich meines Unrechts zu uͤberzeugen. Die wahre Wohlanſtändigkeit iſt in meinen Herzen! Es iſt nicht dem Goͤtzenbilde der Tugend, dem ich meine Huldigungen bringe, ſondern der Tugend ſelbſt, ſie werde ich ſtets zum Richter und zum Fuͤhrer meiner Handlungen nehmen, ihr nur widme ich mein Leben, mein Herz und meine Freundſchaft, ach, wann wird ſie ungetheilt und ohne Wiederkehr darin herrſchen?