226
einigt durch die Bande des Bluts ſoll er mich verlaſſen— mir das Leben rauben, ohne Schaam, Reue und Bedauern.
Paͤtte es nur bedurft ihre Religion anzu⸗ nehmen, um das Gut wieder zu erlangen, welches ſie mir geraubt, ſo haͤtte ich, ohne mein Herz durch ihre Grundſaͤtze zu verderben, ſo ſeltſam ſie auch ſind, meinen Verſtand ihren Irrthuͤmern unterworfen. In der Erbitterung meiner Seele forderte ich darin unterrichtet zu werden, meine Thraͤnen fanden aber kein Ge⸗ hoͤr. Ich kann in einer ſo reinen Verbindung nicht aufgenommen werden, ohne die Veran⸗ laſſung, welche mich dazu beſtimmt, aufzuge⸗ ben und auf meine Zaͤrtlichkeit Verzicht zu leiſten, das heißt, mein Daſein zu veraͤndern.
Sch geſtehe, daß mich dieſe außerordentliche
Strenge eben ſo ſehr ergreift, als ſie mich empoͤrt, ich kann den Geſetzen, welche mich toͤdten, eine gewiſſe Verehrung nicht verſagen, ſteht es aber wohl in meiner Macht ſie anzu⸗ nehmen? und wenn ich es thaͤte, welcher Vor⸗


