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dauern in dem Leben. Der Fremde iſt des la Torne Ebenbild, und hat mir alle ſchmerzlich-ſuͤße Er⸗ innerungen geweckt. Beten Sie fuͤr mein Heil, oder für meine ewige Vernichtung!“
Mit vieler Muͤhe ſuchte ich dem Pfarrer begreiflich zu machen, daß die⸗
ſer Brief wohl ohne gefaͤhrliche Folgen,
und nur eine Ausſchweifung jugendli⸗
cher Schwaͤrmerei ſey. Da ſtuͤrzte ein
Knecht mit den Worten herein:
„Heiland der Welt!— In dem Brunnen iſt ein Leichnam!“—
Der herrliche Greis ſank in einen
Stuhl und faltete die Haͤnde. Sein
Haupt ſank auf ſeine Bruſt, und er
ſeufzte einmal leiſe:„Iſt das Leben zu nennen, mein Schoͤpfer? Herr!


