22
Augen.„Frau von Parabsre,“ ſagt eine ih⸗
rer Freundinnen*)„hat Monsieur le Pre- mier(Beringhen) verlaſſen und Hr. von Alin⸗ court*) iſt jetzt immerwaͤhrend um ſie, ob⸗ ſchon ich uͤberzeugt bin, daß ſie ihn niemals lieben wird. Wie ſie aͤußert, ſo iſt es nicht ihre Abſicht ſich einmauern zu laſſen und ſie meint, daß wenn ſie dem Hrn. von Alincourt ihre Thuͤre verſchloſſe, ſie dies auch gegen jeden Anderen thun muͤſſe und daß ſie ſo nach und nach alle Welt von ſich entfernen und man dann ſagen wuͤrde, ſie verabſchiede nur um Aufſehen dadurch zu erregen.“ Es war dem⸗ nach alſo damals gleichſam eine Schmach, eine Lächerlichkeit fuͤr eine Frau, keinen Liebhaber zu haben und ſie lief Gefahr daß man mit Fingern auf ſie zeigte. Auch wußte man ſich in dieſem Punkte vortrefflich zu benehmen und half ſich einander, wie mit einer Loge in der Oper, aus. ueberdem war man nicht ſonder⸗
*) Mademoiſelle Aiſſé, von der bald die Rede ſeyn wird. Sie ſchrieb ihre Briefe zwiſchen den Jah⸗ ren 1726 und 1734.
**) Sohn des Marſchalls von Billerois.


