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Wahrheit zu ergruͤnden iſt, alle uͤber eine Epoche
erſchienenen Schriften unter einander zu verglei⸗
chen. Die Verfaſſer derſelben characteriſiren ſich
ſehr haͤufig wechſelſeitig und was der Eine viel⸗
leicht aus Ruͤckſicht verſchweigt oder nur unvoll⸗
ndig andeutet, giebt der Andere, weniger ge⸗
bunden oder weniger aͤngſtlich, unverholen. So iſt dies z. B. der Fall mit dem Baron Bezen⸗
val und der Frau von Genlis, die uns die
Geheimniſſe des Herzogs von Lauzun enthuͤllen, waͤhrend er ſeinerſeits uns dieſen Dienſt in Betreff der Frau Graͤfin erweiſt. Ich ſagte, ſie machen ſich ſelbſt einander kenntlich; dies geſchieht unter andern von Lauzun, der, indem er von Bezenval ſpricht, ihn mit einem Worte ſchildert:„Der Baron wollte mich perſifliren, aber ein ſchlechter Ton und wenig Mäßigung, ſind eine unvortheilhafte Empfehlung bei Hofe.“ Graf Segur behandelt ihn nachſichtigerz ernſagt von ihm:„Baron Bezenval ließ durch ſeine
ganz franzoſiſche Leichtigkeit im Umgange ver⸗
geſſen, daß er ein Schweizer war*).“ Frau
Memoires ou Souvuis. 1. p. 6b. S
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