rungen, die er machte, die Hand Mirabeau's eine Zeit⸗ lang in der ſeinigen feſt, und fühlte dabei merklich nach dem Ring, welchen dieſer am Finger trug, und den er jetzt mit einer blitzſchnellen Bewegung nahe vor ſeine Augen führte.
Sichtlich befremdet, und wie einer, der ſich in ſeiner Erwartung getänſcht hat, ließ er dann die Hand Mirabeau's wieder los. Einige Minuten darauf war er aus dem Saal verſchwunden.
So wie ich ihn kenne, zweifele ich, daß er ſich ganz überzengt hat, ſagte Claviere, dem Miniſter nachblickend. Sein Argwohn wird durch einen merkwürdigen In⸗ ſtinet unterſtützt, der ihn ſchon oft auch in den Ge⸗ ſchäften auf die verborgenſten Spuren geleitet hat.
Ich wundere mich, daß ein Mann ſeines Schlages auf eine ſo ſtürmiſche Weiſe zur Eiferſucht neigt, erwie⸗ derte Mirabeau. Wer, wie er, ſelbſt Aventurier im vollendetſten Sinne des Wortes iſt, bekommt dadurch gewöhnlich einen allgemein menſchlichen Standpunkt, und verliert den Sinn für irgend eine einzelne Eifer⸗ ſucht. Es iſt um ſo merkwürdiger, da er ſich für Frau von Calonne gar nicht intereſſirt. Wenn ſich nun Andere die Mühe geben wollen, ihm ſein Gold⸗ ſtück umzuſchmelzen, und demſelben eine Präge zu geben, die ihn vielleicht noch einmal daran reizen kann, ſo ſollte er als wahrer Lebemann doch höchſt zufrieden damit ſein!
Du ſpielſt ja auf unſere Finanzöperation mit der Umprägung der Louisd'ors an! lachte Clavière aus vollem Halſe. Man ſieht, Du biſt doch eigentlich ein finanzielles Genie, Mirabeau, denn die Gleichniſſe unſerer Finanz liegen Dir ſchon in den Gliedern. Ich kann Dir aber beiläufig ſagen, daß das Edict, welches die allgemeine Umprägung der Goldmütnzen in Frankreich befiehlt, ſchon binnen Kurzem erſcheinen


