Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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zeigen, Herr Graf, daß ich auch etwas Neues weiß. Ihre beiden Brochüren werden von der Polizei ver⸗ doten und confiseirt werden, und Herr von Calonne hat ſelbſt darauf angetragen. Ich hörte ihn zufällig vor einer Stunde mit dem Polizeilieutenant von Paris darüber ſprechen.

Und cheilte Dir die ſchöne Frau von Calonne vielleicht anch die Gründe dieſer Maaßregel mit? fragte Clavière mit einem durchaus ärgerlichen Accent.

Dezu ließ ich ſie nun nicht mehr kommen, erwie⸗ derte Mirabeau lächelnd. Denn Du kannſt Dir denken, daß mir die Sache an ſich, obwohl ſie mich eigentlich jetzt zu ärgern anfängt, doch in dieſer Sitnation höchſt gleichgültig war. Ich ſtellte mich aber ſogleich höchſt erſchrocken und betrübt darüber an, und Frau von Calonne, die gutmüthig iſt, hatte nun die Verpflich⸗ tung, mich zu tröſten und aufzuheitern, was ſie auch mit den größtmöglichſten Zugeſtändniſſen that. Ich ſchien noch immer in den Jammer über meine ſchönen beiden Brochüren verſenkt, als ſie mir ſchon die größten Vortheile gewährt hatte und ich zuletzt, ehe ſie es dachte, aus dem Klagenden der Jubelnde, aus dem Troſtbedürftigen der Segenſpendende wurde.

Claviere mußte laut lachen, ſagte aber dann ſo⸗ gleich etwas ängſtlich: Sprich doch etwas leiſer, denn Calonne drüben hat fürchterlich feine Ohren, und ich beſorge, bei ſeinem Gehör möchte er doch noch etwas von unſerer ihn ſo nahe berührenden Unterhaltung aufſchnappen.

Ich beſorge das gar nicht, erwiederte Mirabeau mit einer ſehr komiſchen Naivetät. Ich weiß nicht, ob dieſer Euer Feſtwein mich ſchon ſo berauſcht und meine Augen unklar macht, aber mich dünkt, ich ſehe noch etwas viel Größeres, als ſeine Ohren, an dem

Kopf des Herrn von Calonne. Mir kommt es näm⸗